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Typisch München!
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Valentin-Karlstadt-Musäum Als „spinnerter Teifi“ wurde er betitelt, und nicht nur Größen wie Hesse, Brecht, Tucholsky oder Heinrich Mann waren von seinem skurrilen Humor zwischen Blöd- und Tiefsinn begeistert: Karl Valentin, Schauspieler und Komiker war weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt: Im Isartor wird sein Andenken im Valentin-Karlstadt-Musäum gepflegt. Im Stadtteil Au kommt 1882 Valentin Ludwig Fey zur Welt. Eine Schreinerausbildung hängt er zugunsten einer Komiker- und Volkssängerkarriere an den Nagel. Er arbeitet zeitweise in der elterlichen Spedition, entscheidet sich dann aber trotz einiger gescheiterter Auftritte für den Beruf des Komikers. Später bescheren ihm zahlreiche Auftritte in Wien, Zürich und Berlin den gebührenden Erfolg – es kommt zur Gründung eigener Theater, die aber alle nicht lange Bestand haben. Unter anderem weil Valentin mit der Bürokratie der Ordnungsämter hadert. Auch sonst führt er ein eher unstetes Leben: Mit einer Hausangestellten zeugt Valentin ein uneheliches Kind, und erst als das zweite Kind geboren wurde, heiratet er. Eine kongeniale Partnerin findet Karl Valentin in Liesl Karlstadt. Mit ihren Auftritten und Filmrollen gelten die beiden heute als Wegbereiter für das absurde Theater. Aus der Hilflosigkeit des Menschen in einer verzwickten Alltagswelt holt Valentin den Stoff für seine rund 400 Sketche und Komödien. Sein bekanntestes Werk dürfte der „Buchbinder Wanninger“ sein; seinen besten Film, „Die Erbschaft“, verbieten die Nazis wegen „Elendstendenzen“. Valentin zieht mit seiner Familie in sein Haus nach Planegg und stirbt schließlich verarmt. Das Valentin-Karlstadt-Musäum, das einen Teil seines Nachlasses sowie Dokumente über einige bekannte oder weniger bekannte Volkssänger enthält, lädt ein, den Humor Valentins zu ergründen: Hier findet man den berühmten Nagel, an den er seinen Schreinerberuf gehängt hat, sowie die alte Schachtel, die auch mal jung war. Zu sehen ist auch der Vesuv, der absichtlich nicht raucht, weil er weiß, dass Rauchen im Musäum verboten ist, oder der fellbesetzte Winterzahnstocher. Zu den bizarren Exponaten zählen auch Valentins einziges Gemälde, „Kaminkehrer bei Nacht auf schwarzem Grund“, eine geschmolzene Schneeplastik, das eiserne Taschentücherl vom letzten Raubritter sowie ein Korsett mit dem Titel „Apparat zur Hebung der Milchwirtschaft“. Und wenn die Besucher zwischen dem Betrachten der wundersamen Dinge mal müssen, können Sie dies in der „Befreiungshalle“ tun – aber nur die Herren, die Damen müssen in den 3. Stock. Im Zweiten Turm des Isartors wird an Liesl Karlstadt erinnert, die letztlich immer in Valentins Schatten stand. Das Verwandlungstalent der Schauspielerin war enorm, ebenso ihre Vielseitigkeit: Karlstadt war nicht nur 25 Jahre lang seine Partnerin, sondern auch Co-Autorin, Co-Regisseurin, Organisatorin, Souffleuse und Psychiaterin. Das Musäum bietet freilich weit mehr als eine Zurschaustellung unbelebter Exponate: Hin und wieder finden Ausstellungen, Veranstaltungen und Lesungen statt. Ganz oben, im Turmstüberl, gibt es ein entzückendes Café, dessen Einrichtung allein schon einen Besuch lohnt. Möbliert im Stil der Jahrhundertwende, erinnert es mit 400 Ausstellungsstücken an das legendäre Café Größenwahn. Dazu gibt’s Weißwust mit Brezn – und einen Mutterkuchen: von einer echten Mutter gebacken. Inhaberin des Cafés ist übrigens Multitalent Petra Perle, die sich als Politikerin, Goldschmiedin, Designerin und Aktionskünstlerin einen Namen machte. Petra Starks-Sture
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